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Götter, Schleweit & Partner Steuerberater

Beleidigung und Bedrohung von Kollegen berechtigt zur Kündigung

Beleidigung und Bedrohung von Kollegen berechtigt zur Kündigung

 

von Rechtsanwalt Stefan Engelhardt, Hamburg

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein hatte mit Entscheidung vom 21.10.2009, 3 Sa 224/09 über die Klage einer Arbeitnehmerin zu entscheiden, die seit April 2001 als Bäckereiverkäuferin beschäftigt war.

Nachdem die Klägerin eine Auszubildende mehrfach vor Kunden kritisiert hatte, forderte der Arbeitgeber sie auf, dies zu unterlassen. Das Verhalten der Klägerin änderte sich gegenüber der Auszubildenden jedoch nicht wesentlich, so daß die Klägerin zu einem Personalgespräch gebeten wurde. Nach diesem Gespräch sagte sie zur Auszubildenden: "Wenn du mich noch einmal beim Chef anscheißt, geh' ich dir an den Hals".

Dabei bewegte sie ihre Hand in den Halsbereich der Auszubildenden, die daraufhin in Tränen ausbrach.

Am nächsten Tag wurde die Klägerin von ihrem Arbeitgeber angewiesen, gegenüber der Auszubildenden und den anderen Kolleginnen einen angemessenen Ton zu wahren und Bedrohungen zu unterlassen. Dies sei ihre letzte Chance. Im Anschluß an dieses Gespräch drohte die Klägerin einer anderen Arbeitskollegin mit den Worten "Wer mich beim Chef anmachen will, den mache ich platt".

Der Arbeitgeber kündigte daraufhin fristlos. Die Kündigungsschutzklage hatte weder vor dem Arbeitsgericht noch vor dem Landesarbeitsgericht Erfolg.

Das Gericht hat dazu angemerkt, daß die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses gemäß § 626 Absatz I BGB wirksam ist, weil dem beklagten Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung der Klägerin bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist nicht zugemutet werden könne.

Grobe Beleidigung von Kollegen und tätliche Auseinandersetzungen im Betrieb sind an sich geeignet, eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Arbeitgeber sind aufgrund ihrer Fürsorgepflicht gegenüber ihren Arbeitnehmern auch gehalten, diese vor Beleidigungen und tätlichen Auseinandersetzungen zu schützen und Maßnahmen zur Gewährleistung des Betriebsfriedens zu ergreifen.

Im entschiedenen Fall war das Verhalten der Klägerin gegenüber ihren Kolleginnen nicht länger tragbar und rechtfertigte insbesondere angesichts der vorausgegangenen Gespräche eine außerordentliche Kündigung. Das Gespräch, mit dem der beklagte Arbeitgeber der Klägerin ausdrücklich eine letzte Chance eingeräumt hatte, war als Abmahnung zu werten. Aus dem Umstand, daß sich die Klägerin diese Warnung nicht zu Herzen genommen hat, sondern umgehend ihr Verhalten fortgesetzt hatte, ergab sich, daß eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war.

Der Autor ist Landesregionalleiter „Hamburg“ der Deutschen Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft e.V.

Für Rückfragen steht Ihnen der Autor gerne zur Verfügung

Rechtsanwalt Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht
Stefan Engelhardt
Roggelin & Partner
Alte Rabenstraße 32,
20148 Hamburg
Tel.:040/ 530 28-204
Fax: 040/530 28-240

e-mail: stefan.engelhardt@rwwd.de
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