Menu

07321/ 93 75 - 0 07321 / 93 75 20 info@gsp-tax.de

Götter, Schleweit & Partner Steuerberater

Umsatzsteuerrisiko bei Physiotherapeuten

Heilberufliche Leistungen von Physiotherapeuten sind umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 14 a Satz 1 UStG. Bei Betriebsprüfungen wird regelmäßig geprüft, ob im Einzelfall die Erbringung einer Heilbehandlung erfolgte, was notwendige Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist. Heilberuflich eigenverantwortlich dürfen nach der Gesetzeslage nur Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker behandeln. Hieraus hat der Bundesfinanzhof abgeleitet, dass ein Physiotherapeut die Umsatzsteuerbefreiung nur dann beanspruchen darf, wenn die Behandlung ärztlich verordnet wird (BFH v. 07.07.2005, BStBl. 2005 II, 904), also auf Privat- oder Kassenrezept erfolgt. Setzt der Physiotherapeut die Therapie nach Ausschöpfen der verordneten Zahl von Behandlungen fort, so erkennt die Finanzverwaltung dies nicht als umsatzsteuerfreie Behandlung an.

Im Fall von Podologen hatte der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 01.10.2014 (BFH NV 2015 S. 451) entschieden, dass der Podologe auch andere Unterlagen, die den therapeutischen Zweck der Behandlung nachweisen und eine vergleichbare Aussagekraft wie ärztliche Verordnungen haben, vorlegen kann. Diese müssen von anderen Personen stammen, die zur Feststellung des therapeutischen Zwecks befühigt sind. Für jede einzelne Leistung ohne Rezept muss dieser Nachweis erbracht werden. Der Bundesfinanzhof legt die Messlatte also sehr hoch.

Ein Ausweg für Physiotherapeuten ist die Erlangung einer eingeschränkten Heilpraktikererlaubnis. Dann ist der Physiotherapeut zur eigenen Diagnose und eigenverantwortlichen Behandlung berechtigt und erfüllt auch bei Behandlungen ohne ärztliches Rezept diese Voraussetzung für umsatzsteuerfreie Heilbehandlungen.

Sofern ein Physiotherapeut umsatzsteuerpflichtige Umsätze in kleinerem Umfang erbringt, ist er durch die Kleinunternehmerregelung geschützt. Wenn der eigentlich umsatzsteuerpflichtige Umsatz im Vorjahr nicht mehr als 17.500.-- € Überschritt und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000.-- € nicht überschreitet, dann gilt er als Kleinunternehmer und muss keine Umsatzsteuer abführen. Physiotherapeuten drohen noch andere umsatzsteuerliche und ertragsteuerliche Fallstricke, auf die hier nicht eingegangen werden kann.

Klaus A. Schleweit, Dipl.-Finanzwirt, Steuerberater
Heidenheim/Brenz
www.gsp-tax.com
info@gsp-tax.de

Diese Webseite verwendet Cookies, welche notwendig sind, um Grundfunktionen der Webseite zu ermöglichen und um einen sicheren Zugriff zu internen Bereichen zu gewährleisten.
Mit Ihrem Einverständnis erlauben Sie uns weitere Cookies anzulegen, welche beispielsweise von Drittanbietern erstellt oder zur Verwendung von Statistiken benötigt werden.
Desweiteren stimmen Sie zu, dass Daten an Drittanbieter übermittelt werden, um bestimmte Dienste dieser in Anspruch zu nehmen und dass Sie unsere Datenschutzerklärung anerkennen.
Weitere Informationen finden Sie hier.